22. Juni 2019
11–16 Uhr

Fürsorge zählt: Ein Workshop über (Selbst-) Wert und Sichtbarkeit von Sorgearbeit
mit Shira Richter

Künstler/innen:

Shira Richter

Welche oft unsichtbare, unbezahlte, seelische oder körperliche Sorgearbeit leisten wir täglich? Wie sähe eine angemessene Anerkennung dafür aus?

Dieser Workshop ermöglicht es uns, den größeren politischen und wirtschaftlichen Kontext zu untersuchen, der die Pflege- und Sorgearbeit unsichtbar und unterbewertet hält. Unser Alltag dient als Ausgangspunkt für eine gemeinsame Untersuchung: Welche kleinen, alltäglichen Handlungen sind eigentlich Heldentaten aufgrund der Stärke, Koordination, Geduld, Ausdauer und sozialen Kompetenz, derer sie bedürfen? Wie können wir diese tägliche Fürsorge sichtbarer machen, indem wir den Wert dieser Arbeit für unsere Gemeinschaft anerkennen? Wie würde ein Curriculum Vitae unserer sozialen Errungenschaften aussehen? Und sollte es dafür nicht eigentlich eine Auszeichnung geben?

Dieser zweitägige Workshop ist sehr offen für die Perspektiven und den Input der Teilnehmer*innen. Für die künstlerisch-spielerischen Methoden von Shira Richter arbeiten wir mit Musik, Erzählungen und Bildern aus unserem Alltag. Ziel ist es, unser Selbstwertgefühl als Sorgearbeitende zu stärken und die Perspektive von uns selbst und anderen auf die Arbeit, die wir täglich leisten, aufzuwerten - und vor allem, einen Raum der Solidarität unter den Fürsorgenden zu schaffen.

Shira Richter ist eine israelisch-amerikanische Filmemacherin, Künstlerin, Friedensaktivistin und Mutter von Zwillingen. Ihre multidisziplinäre Arbeit konzentriert sich auf den Wert von Mutterschaft und Care-Arbeit in einem gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen und künstlerischen Kontext. Sie ist Regisseurin des international preisgekrönten Frauen-Abenteuer-Dokumentarfilms Two States of Mind (2002), der sich mit den Stimmen von Frauen zum israelisch-palästinensischen Konflikt und zur UN-Resolution 1325 beschäftigt. Sie ist Initiatorin von zwei großen Multimedia-Ausstellungen über Mutterschaft: The Mother Daughter and Holy Spirit (2006) über die Geheimnisse des Übergangs zur Mutterschaft und Invisible Invaluables (2011) über den Wert von Care-Arbeit in der Wirtschaft. Diese Arbeit wurde zu dem Buchkapitel If Mothers Counted - Status Symbols for the Invisible Art of Mothering weiterentwickelt, das im feministischen Wirtschaftsbuch Counting on Marilyn Waring - New Advances in Feminist Economics (2014) von Demeter Press veröffentlicht wurde.

Anmeldung

Die Veranstaltung ist offen für alle, die sich privat, beruflich oder ehrenamtlich um andere Menschen kümmern. Mit gemeinsamem Mittagessen und Kinderbetreuung vor Ort. Der Workshop ist auf Englisch; Übersetzungshilfe können wir auf Anfrage zur Verfügung stellen. Der Workshop ist kostenlos, Anmeldung bei Sascia Bailer sb@arthurboskamp-stiftung.de oder unter 04826 850 110.

Teil der Workshop-Reihe "Care für Care-Arbeitende“

Wer kümmert sich um die, die sich kümmern? Diese Fragestellung steht im Zentrum der Workshop-Reihe „Care für Care-Arbeitende“, bei der Themen wie Vertrauen, Unterstützung, Selbstwert und Anerkennung mit spielerisch-künstlerischen Methoden bearbeitet werden. Dieses Programm wird von Sascia Bailer, Künstlerische Leiterin der Arthur Boskamp-Stiftung 2019/20, kuratiert und organisiert. Weitere Informationen unter www.m1-hohenlockstedt.de/kuratieren/2019-2020/

Weitere Termine

23. Juni 11 Uhr Fürsorge zählt: Ein Workshop über (Selbst-) Wert und Sichtbarkeit von Sorgearbeit
mit Shira Richter