Infrastrukturen des Zwischenmenschlichen Welche Strukturen braucht eine solidarische Zukunft?
M.1
Symposium

Infrastrukturen des Zwischenmenschlichen

Welche Strukturen braucht eine solidarische Zukunft?

Wie können wir gemeinsam Formate und Infrastrukturen erforschen und entwickeln, die Fürsorge, Achtsamkeit und Solidarität mitdenken und in ihren Strukturen fest verankert haben? Welche Strukturen ermöglichen uns ein Ergebnis, das nicht auf Diskriminierung und Exklusion basiert und immer wieder Sichtbarkeit und Anerkennung für die gleichen gesellschaftlichen Gruppierungen produziert?

Für das viertägige Event, das teilweise im M.1 und teilweise am HKW stattfinden wird, werden sowohl lokale Organisationen als auch nationale und internationale Künstler*innen, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen eingeladen. Mit dem Fokus auf Care (engl. für Fürsorge, sich kümmern) verlagern wir die Aufmerksamkeit vom "Was" auf das "Wie", indem wir mögliche - und wünschenswerte zukünftige - Organisationsformen untersuchen, die es uns ermöglichen, unser Zusammenleben und Zusammenarbeiten neu zu gestalten. Dazu bedarf es eines gemeinsamen Prozesses des Verlernens unserer alltäglichen sozialen Muster, der Erschaffung neuer sozialer Codes, die einen neuen Umgang im Zwischenmenschlichen ermöglichen und dadurch z.B. sozial schwache Gruppen anerkannt, und öffentlich sichtbar gemacht werden können. Indem wir den Begriff von Care ins Zentrum stellen (und gleichzeitig von Care-Arbeit lernen), schaffen wir Infrastrukturen für gegenseitige Unterstützung, Vertrauen und solidarische Gemeinschaften.

Caring: Infrastrukturen des Zwischenmenschlichen ist Teil der New Alphabet School des Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin:

Die New Alphabet School ist eine gemeinschaftliche, selbstorganisierte Schule für HKW-Enthusiast*innen, neue Stimmen im Diskurs und all jene, die bereits mit dem HKW zusammenarbeiten. Ihr Ziel ist es, kritische und affirmative Forschungspraktiken zu erproben. Über einen Zeitraum von drei Jahren soll sie als Forum für Debatten und die Entwicklung neuer Ideen über die Künste, über Archive, Poetiken und Aktivismus dienen. Das HKW schafft damit einen Ort für Forschungsansätze jenseits akademischer, disziplinärer oder genrespezifischer Einschränkungen. Durch alternative Methoden des Lernens und Verlernens soll eine neue Vorstellung der Kritik entstehen – im Sinne einer Praxis gemeinschaftlicher Verantwortung und Fürsorge. Die New Alphabet School verbindet ein am HKW angesiedeltes Gesprächs- und Arbeitsforum und ortsspezifische Veranstaltungen mit Partnerinstitutionen weltweit. Im Rahmen dieser Kooperationen wird die Schule Systematiken, Gesetzgebungen und institutionelle Gefüge analysieren, um die Logiken gegenwärtiger Strukturen der Wissensproduktion zu begreifen. Ist es möglich, jenseits von universellen hegemonialen Sprachen, Wissen als eine Fülle und Vielfalt von Sprachen, Produktionszusammenhängen und Lernpraktiken zu organisieren? Wie sind gemeinsame Orientierung und kollektives Handeln möglich, ohne auf monopolisierende Kräfte zurückzugreifen? Wie kann Wissen sowohl situiert und orstspezifisch als auch global relevant sein? Die New Alphabet School ist Teil von Das Neue Alphabet. Sie wurde im Januar 2019 mit einem (Un-)Learning Place am HKW in Berlin eröffnet und wird bis 2021 mit zehn weiteren Veranstaltungen weltweit fortgesetzt.

Mehr unter

https://www.hkw.de/de/programm/projekte/2019/new_alphabet_school/new_alphabet_school_start.php und https://newalphabetschool.hkw.de/category/caring/