Untitled, 6 X 2, 2008

Ausstellung

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21. September–14. Dezember 2008

Künstler/innen:

kuratiert von Petra Reichensperger

Wie sehr sich Malerei und Bildhauerei im faktischen Spannungsverhältnis von Imago und Realem gegenseitig beeinflusst haben, ist heute kein Novum mehr. Meist wird dabei jedoch der Einfluss der zweiten auf die dritte Dimension stark gemacht. Denn spätestens seit dem Ende des 18. Jahrhunderts spielte die Malerei für die übrigen Gattungen der bildenden Kunst eine paradigmatische Rolle. Sie galt als Königin der Moderne, die sich die anderen Künste zum Vorbild nahmen. Dieses Bild flackert selbst noch in Barnett Newmans Definition der Skulptur auf: „Sculpture is what you bump into when you back up to see a painting“.

Die Ausstellung Untitled, 6 X 2, 2008 vollzieht daher einen Perspektivenwechsel. Sie hinterfragt die kanonisierte Hierachie der Gattungen, wie auch deren Effekte. Die Kuratorin Petra Reichensperger hat sechs Künstler eingeladen, die mit ihren Arbeiten das große Thema „Erweiterungen der Malerei“ ausloten. Die vornehmlich an den Rändern der Malerei arbeitenden Künstler Gabriele Basch, Henriette Grahnert, Thilo Heinzmann, Maarten Janssen, Kalin Lindena und Alexander Wolff haben wiederum jeweils eine weitere – für ihr eigenes Werk wichtige – skulpturale oder auch installative Position ausgewählt: Berta Fischer, Thomas Rentmeister, Juliane Solmsdorf, Ton Schuttelaar, Wenzel Hablik und Mandla Reuter. Besonders durch die „Einladungen der Eingeladenen“ entsteht eine Situation, in der sich die gezeigten Werke gegenseitig ins Verhältnis setzen: Ein Werk kommentiert ein anderes Werk; ein Werk blickt andere Werke an.

Jedes Künstler-Duo erhält in dem 800 qm2 großen Ausstellungshaus einen eigenen Raum, so dass der spezifische künstlerische Kosmos klar zur Geltung kommt. Einmal entsteht ein Echoraum, ein anderes Mal ein Contrapunkt. Das Verfahren der erweiterten Einladung und der Modus 6 X 2 ermöglichen, gemeinsam neue Formen, Kombinationen und Perspektiven zu entwickeln. Unter der Voraussetzung, dass das Experiment glückt, entsteht dabei ein „unbetiteltes Werk“, das im Spannungsfeld zwischen den beiden Ausgangspositionen erfahrbar wird. Untitled versieht die ausgestellten Arbeiten mit einer Metaebene, die den Titel als Platzhalter einer Leerstelle ausweist, und die genau aus diesem Grund zum Kommentar aufruft: Damit der Prozess des Werdens nicht aufhören möge.

Termine

2008

20. September 16–18 Uhr Eröffnung