Tim Lee Solo, Duo, Trio (2001 – 2009)

Ausstellung

27. März–23. Mai 2010

Künstler/innen:

Tim Lee

Darstellung, Wiederholung und Interpretation kultureller Ereignisse und
Vorgänger aus dem Bereich der Musik und des Films sind Themenfelder, die Tim Lee in seiner Arbeit auf vielfältige Weise immer wieder aufgreift. Dabei versucht er häufig auf absurde Weise unterschiedliche Zeit- und
Wirklichkeitsebenen sowohl der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft als auch des Originals, der Reproduktion und der Interpretation zusammenzubringen.

Bei vollem körperlichem und schauspielerischem Einsatz verknüpft er so mit
humorvoller Distanz kulturelle und historische Ereignisse mit eigenen
biografischen Daten. Mit großer Begeisterung für Slapstick tritt Lee in
seinen Fotografien und Filmen selber wie ein Stand-Up Comedian auf, der mit Buster-Keaton-gleicher Ernsthaftigkeit absurde Verkettungen und
Überlagerungen unterschiedlichster Referenzen herbeiführt.

Tim Lee ist gebürtiger Koreaner, der in Kanada aufwuchs und studierte. Vor
diesem Hintergrund kann das Thema der Identität, das immer wieder in seinen Arbeiten anklingt, anders gelesen werden. So gibt es zahlreiche Anspielungen auf klassische Vertreter einer nordamerikanischen Kulturidentität aus unterschiedlichen Sparten wie beispielsweise Dan Graham, Steve Martin, Neil Young und die Beastie Boys. Sie alle hinterfragen wiederum in ihrer eigenen Arbeit die Zuschreibungen klassischer Identitäten. So entwickelt er Verknüpfungen von früher Videokunst, Slapstick-Comedy, Rockmusik der 70er Jahre und Experimentalfotografie und schafft trotz der aberwitzigen Verbindungen einen Brückenschlag zwischen einem subjektiven Fantum und einem
allgemeinen kulturgeschichtlichen Verständnis. Lee spielt aber nicht allein mit Referenzen im Sinne von Anspielungen und Adaptionen. Weit darüber hinaus eignet er sich in monatelanger Arbeit Fähigkeiten an, wie z. B. das Klavier-oder Schlagzeugspielen, um nicht nur eine Reproduktion des vorgefundenen Materials zu produzieren, sondern der inhaltlichen Auseinandersetzung im performativen Akt eine aktuelle Entsprechung entgegenzusetzen.

Die Ausstellung in der Arthur Boskamp-Stiftung ermöglicht zum ersten Mal in Deutschland einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Arbeiten von Tim Lee, die in den vergangenen neun Jahren entstanden sind. Es werden Videos,Fotografien und Skulpturen präsentiert, die sowohl die musikalischen und filmischen als auch die kunstgeschichtlichen Anknüpfungspunkte deutlich werden lassen.

Kuratiert von Katja Schroeder

Die Ausstellung wird gefördert mit freundlicher Unterstützung der Botschaft von Kanada und dem Künstlerprogramm des DAAD, Berlin.

Termine

2015

18. April 18–20 Uhr Neil Young – Heart of Gold, 2006

Dokumentation des legendären Musikers von Jonathan Demme

2010

23. Mai 16–18 Uhr Reichtum ist keine Schande, 1979

Amerikanische Filmkomödie mit Steve Martin

27. März 14:30–16:30 Uhr Eröffnung: Samstag, 27. März, 14.30 Uhr