IN:VISIBILITIES

2021–2022

IN:VISIBILITIES ist das Rahmenprogramm von M.1. kuratieren 2021/22. Im Zentrum stehen die Verhältnisse von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit innerhalb sich wandelnder Technologien; ihre Formen der Repräsentation, poetischen Narrative und kritischen Potenziale.

Digitale Lebenswelten suggerieren Transparenz und grenzenlose Anschlussmöglichkeiten an verschiedene Zeiten, Räume und Akteur*innen, während sie auf subtile Weise neue Mechanismen schaffen, die gerade zwischen Ein- und Ausschluss, Zentrum und Peripherie angesiedelt sind – was nicht nur durch die Stichworte Fake News und Filter Bubble, sondern auch durch die Pandemie umso deutlicher wird.

Was bedeutet das für einen Ort, der sowohl Kunst zeigt als auch gemeinschaftliche Infrastrukturen schafft? Und wie kann gerade künstlerisches und kuratorisches Handeln auf diese veränderten Sichtverhältnisse reagieren – sie hervorbringen, verhindern, verändern und so zur Verhandlungssache machen?

Der Projektzyklus GOSSIP ist die erste von drei Etappen der Programmreihe des M.1 im kuratorischen Turnus 2021/22, dessen Beginn für April 2021 geplant ist. Mit ihm werden alltägliche, scheinbar banale Handlungen thematisiert, die Un:Sichtbarkeiten schaffen. Effekte der Täuschung, Zirkulation und Vernetzung werden genutzt, um das, was ebenso selbstverständlich wie allgegenwärtig auf Screens und Displays erscheint, neu zu erzählen. Soziale Normen können so fokussiert, diskutiert und umgeschrieben werden; was Hautfarbe, geschlechtliche Identität und Klassen-Zugehörigkeit betrifft.

Neben einer Ausstellung und einem Video-Screening mit internationalen Künstler*innen wird eine Reihe von Talks und Workshops das Programm erweitern und dabei das Publikum aktiv miteinbeziehen. Ziel ist das Schaffen neuer, diverser Beziehungen und Beziehungsweisen durch das Ineinanderflechten von Online- und Offline-Veranstaltungen, Ausstellung und Forschung, Kneipenabend und Diskursprogramm – und deren Erkundung durch verschiedene Medien, Formate und soziale Konstellationen.