Sehr am Rande liegt ein Glück

Symposium

16. Juni 2012

Was sind die spezifischen Chancen und Schwierigkeiten einer Ausstellungspraxis, die sich im Vergleich zu Berlin, Düsseldorf, Wien oder München „janz weit draußen“ abspielt?

In einer Gesprächsrunde befassen wir uns mit Kunstinstitutionen und Ausstellungskonzepten, die fernab kultureller Metropolen angesiedelt sind. Dabei wird vor allem zu fragen sein, wodurch „Provinz“ und „Metropole“ sich jenseits gängiger Klischees tatsächlich unterscheiden und welche Vor- und Nachteile mit einer Präsentation zeitgenössischer Kunst an eher peripheren Standorten verbunden sind. Pragmatisch organisatorische Aspekte spielen hier ebenso eine Rolle wie inhaltlich konzeptuelle.

Unter anderem werden dabei Fragen der Repräsentation und Vermittlung zentral: Wer ist das Zielpublikum an einem Ort, der nicht auf der kunsttouristischen Landkarte liegt? Erreicht man ein (meist großstädtisch orientiertes) Kunstpublikum, oder richtet man sich schwerpunktmäßig an die lokale Bevölkerung? Wie definiert sich der Erfolg einer Ausstellung, wenn nicht über Besucher_innenzahlen und zahlreiche Reviews? Welche Rolle spielt die lokale Presse und welche die überregionalen Fachzeitschriften? Besteht im Vergleich zu den Zentren des Kunstmarktes eine größere Unabhängigkeit von kommerziellen Gesichtspunkten?

Dass Künstler_innen sich für ihr Schaffen aus dem Rummel der Großstadt in überschaubarere Kontexte zurückziehen, hat Tradition – wir werden diskutieren, ob ein derartiger „Rückzug“ für eine ambitionierte und innovative Ausstellungspraxis ebenso fruchtbar sein kann.